Einmal auf Anfang! Etwas gesetzter, bitte ...
So viel Zeit. So viel getestet. So viel probiert. Doch jetzt ist Schluss. Vor über 3 Jahren habe ich Windows den Rücken gekehrt. Letztes Jahr habe ich weitere Einschnitte freiwillig vollzogen. Ich habe Youtube den Datenhahn abgedreht. Mir wurde bewusst, wie viel Geld ich in den über 10 Jahren verschwendet habe, um Kameras zu testen. Oder Musikinstrumente. Oder oder oder ... Für jede Entscheidung ging ein langer Weg der Recherche voraus. Gerade was Kameras anging, hat mich das viel Zeit und Kraft gekostet. Meine erste "richtige" Kamera war die Panasonic Lumix FZ1000. Es handelt sich dabei um eine Bridge Kamera, die eine hybride Symbiose aus Systemkamera ... ohne System und einer Kompaktkamera ... ohne kompakt zu sein, beinhaltet. Das fest eingebaute Objektiv ist ein Kleinbildäquivalentes 25-400 mm 2.8-4.0 und hatte den berühmt berüchtigten Namen Leica drauf stehen. Panasonic Und Leica verbindet schon eine unfassbar lange Partnerschaft. Ein Deutsch-Japanisches Bündnis, welches bei Vollformat sogar zu einem kräftigen Joint Venture wurde. Alle Vollformat-Kameras von Panasonic, Sigma und Leica basieren auf dem berühmten Leica L-Mount.
Nach der FZ1000 bin ich fremd gegangen. Ein kleiner gebrauchter billiger Ausflug zu Canon brachte mich aber zur Erkenntnis, das ich Canon am wenigsten will. Vor allem nach ihrer Haltung zu Fremdhersteller-Objektiven. Zudem ist die EOS 1000D einfach nichts gewesen. Klar die war alt. Aber sie triggerte mich nicht. Da war selbst die FZ1000 um Welten besser. Aber ich habe Nikon mit der D5200 mal eine Chance gegeben. Aber da passte mir die Objektivauswahl nicht. Zudem habe ich gemerkt, das ich DSLM, und nicht DSLR will. Alles wieder verkauft. Dann habe ich wieder im eigenen Lager gefischt. Ich kaufte die Panasonic Lumix DC-S5. Und von der ersten Sekunde merkte ich, das ich wieder zu Hause war. Kein Umdenken mehr. Die Bedienung war logisch. Aber eben dieses mal Vollformat. Mit Vollformat konnte ich normale Objektive nehmen und musste nicht überteuerte Premiumlinsen kaufen. Ich besitze 4 Festbrennweiten und 2 Zoom-Objektive. Und wenn man freiwillig für fast 1.300 € ein Zoomobjektiv kauft, dann kann man sich vorstellen, was da Premiumglas kosten muss. Nächste Woche will ich es aber wissen. Ich habe gebraucht eine Lumix GX80 gekauft. Die ist winzig. Verwendet einen MFT Sensor und ich möchte die Bestätigung haben, das es euch eine MFT tut und nicht zwingend 1,5 oder 1er Crop braucht.
Der Endgültige Beweis
Es wird einem nie jemand zuhören. Es wird allen egal sein. Aber ich will wissen, das die Abstriche bei kleineren Sensoren den oftmals heftigen Aufpreis nie wert sein werden. Ich habe mich viel mit Fotografen auseinander gesetzt, die überwiegend MFT verwenden. Da fallen mir Akigrafie Live oder Fotoschule Frank Fischer ein. Letzerer ist vor allem mit Olympus bzw. OM DIgital unterwegs. Frank ist sogar Markenbotschafter. Natürlich wie immer nur PR bzw. Marketingkram. Aber er nutzt nur entsprechende Objektive und Kameras. Und was man bei ihm sehen kann, ist schon wirklich beeindruckend. Warum soll also MFT nicht auch ein wichtiger Beitrag zur Fotografie sein. Ich werde ab demnächst auch Bilder dazu beitragen.
Ich denke schon, das MFT auch ein gutes Werkzeug für Fotografen ist. Ich bereue den Kauf keines Wegs. Zu beginn habe ich erstmal 2 klassische Zoomobjektive gekauft. Ich möchte wissen, wie klein ein solches Set wirklich werden kann. 12-35 mm und 42-150 mm. Das klingt nach wenig. Aber berücksichtigt man den Crop-Faktor, wird daraus 24-70 und 84-300 mm. Aber mindestens eine Festbrennweite soll es werden. Entweder Sigma 16mm oder 30mm. Oder beide? 35 mm ist die kleinste Portraits Brennweite und zugleich eine Reportagenbrennweite für Videografie. Das 16mm wären dann 32mm KB. 50mm ist die klassische und natürliche Brennweite für Portraits. 30mm wären dann KB 60mm. Man bekommt dadurch etwas mehr Tele-Freistellung, ohne wirklich Tele zu sein.
Der 1" Sensor
Mein bisheriger Geheimtip ist und bleibt eine Kamera mit 1" Sensor. Die gibt es als Bridge- oder Premium-Kompaktkamera. Vor allem Bridgekameras werden in der Regel in Form einer Superzoom-Kamera angeboten. Die FZ1000 ist weder Fisch, noch Fleisch. Dabei aber für Einsteiger ganz genau richtig. Sie hat einen Blitz dabei. Sie deckt 25-400mm (KB) ab und liefert dabei Blende 2.8-4.0. Und genau das macht diese Kamera besonders. Blende 4.0 bei 400mm ist nur mit Premium-Objektiven jenseits der 1.000 € möglich. Gebraucht ist diese Kamera ab 300 € zu haben. Und wenn jemand das Einstellen der Kamera oder die Auswahl des richtigen Objektivs zu stressig wird, kann man als Besitzer so einer Kamera sich auch sagen "Scheiss drauf. Gute Fotos macht sie trotzdem". Ein Fehlkauf ist sie dabei eigentlich nie. Andere Modelle der TZ-Serie gehen mit der Brennweite nicht so weit und/oder können nicht so offenblendig sein. Die FZ ist ein Riese im Vergleich zu den TZ-Geräten. Wenn es also in die Hosentasche passen soll, dann nimmt man so eine.
Aber auch von anderen Herstellern gibt es solche Geräte. Canon hat mit so einem Sensor in der Regel nur Kompakte. Nikon verwendet meines Wissens keinen 1" Sensor. Da ist aber das Wort Super bei "Zoom" Programm. Sony hingegen hat wieder beides. Zum Beispiel die RX10 Serie. Ich bin da aber kein Fan von. Ist aber eher persönlicher Geschmack. Ich mag deren Bedienung einfach nicht. Ich kann aus dem Kopf fast alles zu Panasonic Kameras sagen. Aber bei Sony weiß die RX10 IV nicht, was die RX10 II ist oder war.
Alternative zur GX80
Neu sind noch einige ältere MFT Modelle zu bekommen. Die G70 ist auf Grund des fehlenden Bildstabilisators wenig empfehlenswert. War aber eine der ersten 4K Videokameras. Das gilt auch für die Modelle Älter der GX80 oder den VLOG-Modellen (z.B. GX800) ohne Sucher. Wenn man noch dran kommt, kann man auch die einstelligen GX Modelle verwenden. Zum Beispiel die GX9. Die G81 und dessen Nachfolger, die G97 sind Legenden. Die G81 ist für mich der Preis-Leistungkiller und ist im brauchbaren Zustand unter 300 € zu haben. Mir war die aber zu Groß. Gerade mit einer S5 in der Vitrine will man etwas kleineres haben.
Man sollte sich aber nicht täuschen lassen. Die S5 ist groß und schwer. Aber für eine Vollformat Kamera ist das noch annehmbar. Das größte Problem ist da eher das Glas. Eine G9 ist in etwa genauso groß. Die aktuelle GH7 ist meines Wissens nach sogar größer. G9 II und GH7 sind beides MFT Kameras. Haben aber auch beide Hybrid Autofokus. Genauso wie die S5 II. Der Nachfolger meiner. Diese Modelle sind aber aktuell nur Neu interessant. Gebraucht spart kaum etwas oder der Zustand ist schlecht und es fehlt zu viel.
FAZIT
Man kann mit einer guten Kompakt- oder Bridgekamera einen tollen Anfang machen. Und es muss nicht immer neu sein. Gerade der erste "Kuss der Freiheit" ist damit besonders günstig. Ist man etwas weiter, kann man sich in Richtung einer Systemkamera orientieren. Spiegelreflex "kann" man ins Auge fassen. Das sollte man sich aber gut überlegen. Spiegelreflex ist nur noch eine Mischung aus "Hauptsache etwas" und "Eh nichts neues". DSLR ist leider tot und die Auswahl an Modellen ist sehr sehr begrenzt. Das, was man heute neu kaufen kann, konnte man schon vor 8-10 Jahren kaufen. Und billiger sind die auch nicht. Da ist Gebrauchtkauf zwingend empfohlen. Bitte bedenken, das man sein Geld in ein Totes System investiert. Und egal wie viel ihr da investiert, werdet ihr das sterbende Pferd nicht mehr retten können.
Aber lasst euch gesagt sein. Das erste System ist nicht zwingend das letzte bzw. endgültige System. Daher ist der Weg über eine Bridge so essentiell wichtig. Denn eine solche Kamera ist nie verschwendetes Geld und wenn Fotografie am Ende nichts für euch ist, dann kann man nach dem Frust den Automatik-Modus einstellen und trotzdem noch viele schöne Bilder machen. In eine System Kamera investiert man ungleich viel viel mehr. Man sollte damit nicht anfangen. Aber wenn man sich sicher ist, das es genau das ist, was man machen will, beschränkt euch nicht auf das heisbegehrte Vollformat. Egal, ob MFT, APSC oder Kleinbild. Alle Systeme haben ihre Vorteile. MFT ist kompakt. APSC ist guter Kompromiss. Vollformat ist die volle Lutsche. Darüber gibt es nur noch Mittelformat. Wenn man sein Geld damit nicht verdient, dann schminkt euch das bitte ab. Eine Fuji GFX100S gehen ab 4.999 € los. Eine Hasselblad X2D 100C geht bei 6.499 € los. Bei einer Phase One hängt nochmal ne 0 dran. Das günstigste Modell kostet fast 40.000 €. Für eine Kamera! Dagegen sehen die Objektive stellenweise aus wie Ramsch.
